Schimpansen in Gefahr
Feuer!
Eine der größten Bedrohungen, der sich die Schimpansen Afrikas heute gegenüber sehen, ist der Verlust ihrer Lebensraumes, des afrikanischen Regenwaldes.
Es werden viele Hektar Wald durch Brandrodung vernichtet, um Platz für Felder zu schaffen, auf denen die Bauern Getreide und andere Feldfrüchte anbauen. Wenn der Boden dann ausgelaugt ist und das Getreide nicht mehr wächst, ziehen sie weiter.
Doch ist der Wald erst einmal vernichtet, haben die Schimpansen keinen Raum zum Leben mehr. Sie müssen entweder selbst weiterziehen oder sterben.
Sie können helfen: Gemeinsam mit der Wild Chimpanzee Foundation bemühen sich afrikanische Regierungen, die Bauern zu einem friedlichen Zusammenleben mit den Tieren zu erziehen, denn diese brauchen den Wald, um zu existieren.

Bild: Dieser Teil des afrikanischen Regenwaldes war vor noch gar nicht langer Zeit ein üppiger tropischer Dschungel! Jetzt ist er beinahe eine Wüste. Die Schimpansen, die in diesem Wald lebten, sind verschwunden.
Wilderei
Eine GROSSE Bedrohung für die Schimpansen
Das Busch- und Waldland Afrikas wird auch "Busch" (engl. bush) genannt und Tiere, die dort zu Nahrungszwecken getötet werden, bezeichnet man als "Bushmeat" (Buschfleisch). Alle im Wald lebenden Tiere, von Ratten über Schlangen bis hin zu Schimpansen, Gorillas und Elefanten, werden ihres Fleisches wegen gejagt. In den meisten Gebieten Afrikas ist die Jagd auf Bushmeat illegal, doch konnten Verbote das Töten nicht stoppen. Die Wilderei ist die unmittelbarste Bedrohung für das Überleben der Schimpansen in der Wildnis Afrikas.
Laut Bushmeat Crisis Statement 2000 "zerstört dieser illegale Handel die freilebenden Schimpansenpopulationen gerade jetzt, da man davon ausgeht, dass die Sicherung ihres Überlebens in freier Wildbahn in großem Maße dazu beitragen kann, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie man die Verbreitung von AIDS und anderen Infektionskrankheiten beim Menschen unter Kontrolle bekommen kann."
Wie konnte es soweit kommen? Ein Problem besteht darin, dass mehr als 24 Millionen Menschen in den bewaldeten Regionen Afrikas leben und die meisten von ihnen auf Bushmeat als Hauptquelle für tierisches Eiweiß angewiesen sind. Die Stadtbevölkerungen in Zentral- und Westafrika wachsen jährlich um 2-4 % an. In diesen Gegenden wird von den Familien auch Vieh gehalten, doch wird dieses eher als Ersparnis und Versicherung denn als Hauptproteinquelle angesehen. Bushmeat bietet der armen Landbevölkerung eine lukrative, wenngleich auch kurzfristige Einnahme- und Nahrungsquelle.
Auf der Jagd nach Antilopen oder anderem Wild zögern die Buschjäger nicht, Schimpansen und andere Menschenaffen zu erschießen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Diese Jäger dezimieren dadurch nicht nur drastisch die Schimpansenpopulationen, sondern erhöhen auch das Risiko der Übertragung von Krankheiten vom Schimpansen auf den Menschen.
Die Situation kann jedoch verbessert werden, wenn auch die Afrikaner selbst in den Schutz der Schimpansenpopulationen einbezogen werden. Die Berggorillapopulation von Ruanda zum Beispiel überlebte sehr gut all die Jahre des Bürgerkrieges und Völkermordes, die das Land erschütterten.

Foto: Karl Ammann: Schimpansen auf der Speisekarte
Die Wild Chimpanzee Foundation schlägt daher vor:
- neue, noch nicht geschützte Schimpansenpopulationen in Afrika ausfindig zu machen.
- in den Gebieten um die Nationalparks, in denen Schimpansen leben, Informationsprogramme ins Leben zu rufen, durch welche die Bevölkerung für die Problematik sensibilisiert wird und in deren Rahmen
- die Lokalbevölkerung aktiv an Schutzprogrammen teilnimmt,
- in den Wäldern Naturkurse für Schulkinder abgehalten werden,
- regelmäßig in den Dörfern Newsletters in Umlauf gebracht und Theaterstücke aufgeführt werden, über die dann diskutiert wird und
- Forschungsprogramme durch Einheimische durchgeführt werden, um der Lokalbevölkerung den Wert des geschützten Waldes näher zu bringen.
Abholzung & Krankheiten
Die Schimpansen können ohne den Dschungel Afrikas nicht existieren. Die afrikanische Holzindustrie vernichtet unaufhörlich immer mehr Wald, wodurch Lebensraum von Schimpansen verloren geht.
Da die begehrten Bäume nicht in Gruppen, sondern im Wald verstreut stehen, müssen die Holzfirmen ständig neue Schneisen in den Wald schlagen, um an die Bäume zu gelangen.
Das Problem daran ist, dass diese Schneisen oder Wege dann von Jägern genutzt werden, die wildlebende Tiere töten und deren Fleisch verkaufen.
Zusätzlich werden durch die Abholzung menschliche Krankheiten auf Schimpansenpopulationen übertragen, die vorher keinen Kontakt zu Menschen hatten.
Jüngste Forschungen haben ergeben, dass der HI-Virus, der beim Menschen AIDS hervorruft, wahrscheinlich vom Schimpansen stammt. Wissenschaftler sind heute der Auffassung, dass diese Krankheit über den Handel mit Bushmeat auf den Menschen übergegangen sein könnte. So verheerend wie HIV und AIDS für den Menschen sind, ist doch mittlerweile deutlich geworden, dass auch die Schimpansen durch den Kontakt mit Menschen einer Vielzahl neuer tödlicher Krankheiten ausgesetzt sind - und die Gefahr wächst.

