Der Club P.A.N. ist Teil des Artenschutz- und Bildungsprogramms der Wild Chimpanzee Foundation, die zur Zeit rings um den Taï-Nationalpark in der Elfenbeiküste aktiv ist. Der Taï-Nationalpark ist das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Westafrikas und beheimatet eine große Anzahl westafrikanischer Schimpansen. Daher stammt auch unser Name P.A.N. (der Gattungsname der Schimpansen). P.A.N. steht ebenfalls für „Personnes, Animaux, Nature“ (Menschen, Tiere, Natur), denn die Bildungsarbeit mit der Bevölkerung ist ein entscheidender Teil des Naturschutzes.

Artenschutzziele des Club P.A.N

  • Kinder rings um den Taï-Nationalpark mit der Flora und Fauna des regionalen Ökosystems vertraut machen, so dass sie diese schätzen lernen und auf die Artenvielfalt in ihrer Region stolz sind.
  • Kindern Grundkenntnisse zu Umweltfragen vermitteln, um sie für den Naturschutz und dessen Bedeutung zu sensibilisieren.
  • Den illegalen Buschfleischhandel einschränken, indem die Wahrscheinlichkeit verringert wird, dass die derzeitige Kindergeneration in Zukunft Buschfleisch konsumiert oder verkauft.
  • Die Artenschutz- und Forschungsaktivitäten innerhalb des Taï-Nationalparks mit Menschen voranbringen, die ansonsten nur wenig Kontakt mit dem Schutzgebiet haben.

Wildtierjagd in den Tropen und in der Elfenbeinküste

Mädchen aus dem Dorf Tai, ElfenbeinküsteEinst erstreckte sich der tropische Regenwald weit über Westafrika. Heute jedoch schwinded dieser zusehens. Von einst 40 Millionen ha Regenwaldfläche gibt es heute nur noch circa 8 Millionen ha. Infolgedessen geht ebenso die Zahl der in den Wäldern dieser tropischen Länder lebenden Tiere drastisch zurück. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, die größte Bedrohung jedoch stellt die Jagd auf Wildtiere dar, welche wiederum für die wohl ärmste Bevölkerung der Erde notwendig ist, um ihren stetig anwachsenden Proteinbedarf zu decken. Der Buschfleischhandel ist zudem ein entscheidender lokaler Wirtschaftsfaktor im tropischen Afrika und darüber hinaus.

In der Elfenbeinküste gibt es heute nur noch weniger als 10 Prozent der ursprünglichen Regenwaldfläche (FAO/World Bank, 1988). Der Taï-Nationalpark sowie das angrenzende N’Zo-Reservat bilden mit 536.000 ha das größte intakte und geschützte Regenwaldgebiet in Westafrika. Das Gebiet wurde 1978 als Biosphärenreservat deklariert und vier Jahre später in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Der Taï-Nationalpark beheimatet mehr als 1.400 vaskuläre Pflanzenarten sowie 11 Primatenarten, einschließlich des Westafrikanischen Schimpansen (Pan troglodytes verus) und einer großen Population Roter Stummelaffen (Procolobus badius). Das Zwergflusspferd (Choeropsis liberiensis) ist ebenfalls in dieser Region verbreitet.

Ivorische Schulkinder bei einem Vortrag des WCFDie Anzahl der in unmittelbarer Umgebung des Taï-Nationalparks lebenden Menschen stieg von 23.000 im Jahr 1965 auf 375.000 Einwohner im Jahr 1988. Ursache dieses Bevölkerungswachstums war sowohl die Einwanderung von Flüchtlingen aus Liberia wie auch von Siedlern aus der Sahelzone. Die Siedler aus der Sahelzone kamen in der Hoffnung, in den abgeholzten Waldgebieten Farmen zu errichten und Arbeit in der florierenden Holzwirtschaft zu finden. Aufgrund der aus Liberia kommenden Flüchtlinge stieg die Bevölkerungsdichte in den Dörfern westlich des Taï-Nationalparks um 400 Prozent, und erreicht in bestimmten Regionen teilweise bis zu 132 Menschen pro km². Die Masseneinwanderung in diese Region führte außerdem zu illegalen Farmaktivitäten innerhalb des Taï-Nationalparks.

All diese Faktoren führten sicherlich zu einer steigenden Nachfrage nach Buschfleisch in der Region und hatten gewiss negative Auswirkungen auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt. Der Rückgang einiger Arten, wie u.a. des Afrikanischen Waldelefants (Loxodonta cyclotis), wurde bereits untersucht und dokumentiert. Die größte Waldelefantenpopulation konnte man einst im Taï-Nationalpark antreffen und wurde auf 800 Individuen geschätzt. Ende der 1980er Jahre existierten jedoch nur noch weniger als 100 Elefanten in der Region. Heute sind die Elefanten in einigen Gebieten des Parks ausgestorben und nur noch selten finden Forscher indirekte Hinweise auf ihre Präsenz.

Obwohl es in der Elfenbeinküste offiziell verboten ist, wildlebende Tiere zu töten, zu konsumieren und zu handeln, werden sowohl für den Eigengebrauch wie auch für kommerzielle Zwecke Wildtiere aus dem Taï-Nationalpark gejagd und getötet. Die illegale Jagd ist weit verbreitet und Buschfleischmärkte florieren. Im Jahr 1996 wurden 35,5 Millionen wildlebende Tiere von ivorischen Wilderern getötet, was einem Gewicht von 120.000 Tonnen und einem Geldwert von 117 Millionen Euro (149 Millionen US-Dollar) entspricht. Um den Taï-Nationalpark, so schätzen Refisch & Koné, sind Primaten die am häufigsten gejagte Tiergruppe und die meisten Arten konnten der Jagd nicht standhalten. Internationale Naturschutz- und Entwicklungsorganisationen wie KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), WWF (World Wide Fund for Nature), und WCF (Wild Chimpanzee Foundation) versuchen zusammen mit OIPR (Office Ivorien des Parcs et Reserves en Côte d’Ivoire) durch Strafverfolgung, effektive Überwachungs- und Verwaltungsmaßnahmen, Biomonitoring, Bildungsprogramme und Entwicklungshilfe für benachbarte Dörfer gegen die Bedrohungen anzukämpfen, denen Flora und Fauna des Parks ausgesetzt sind. Ivorische Schulkinder beim WCF

Es wird angenommen, dass die Schimpansenpopulation in der Elfenbeinküste eine der größten in Westafrika ist, sich jedoch innerhalb der letzten Jahrzehnte dramatisch von ehemals 100.000 auf weniger als 10.000 Tiere verringert hat. Die Jagd auf wildlebende Tiere hat sowohl direkte (Schimspansen stellen ungefähr 3% der Tierarten, die auf Dorfmärkten verkauft und in lokalen Restaurants angeboten werden) wie auch indirekte Folgen für die Schimpansenpopulation im Taï-Nationalpark. Durch Fallen, die ausgelegt wurden, um Ducker-Antilopen (Cephalophus) zu fangen, wurden die Schimpansen in der Region verletzt und auch getötet5. Die Präsenz von Wilderern kann auch ein erheblicher Stressfaktor für die Tiere sein und somit zu einer erhöhten Sterblichkeit innerhalb der Schimpansenpopulation führen. Auch werden Schimpansen als Plage angesehen, da sie gelegentlich die Anbauflächen plündern. Man vermutet, dass dieses Plünderverhalten zum Tod zahlreicher männlicher Schimpansen des Schimpansenforschungs­projekts im Park geführt hat. Einst waren Schimpansen im Taï-Nationalpark weit verbreitet, heute jedoch sind sie nur noch in den Gegenden zahlreich anzutreffen, in denen Forscher ihr Verhalten studieren.

Neben Kurzzeitprojekten, die das Ziel haben, den Einfluss der Buschfleischjagd auf lokale Wildtier­populationen einzuschränken, wie u.a. verstärkte Anti-Wilderer-Patrouillen und andere Strafverfolgungs­maßnahmen, ist es wichtig, Langzeitprojekte zum Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen in Betracht zu ziehen. In dieser Hinsicht können öffentliche Aufklärungs- und Sensibilisierungsprogramme eine entscheidende Rolle spielen, um die Einstellung der lokalen Bevölkerung gegenüber dem eigentlichen Wert der wildlebenden Tiere und Pflanzen zu verändern.

KirikuUmweltbildung gilt als Grundvoraussetzung für die Erhaltung und den Schutz der Schimpansen und anderer wildlebender Tiere und Pflanzen7. Sensibilisierungskampagnen der Wild Chimpanzee Foundation (WCF) haben in der Vergangenheit durch interaktives Theater, Diskussionsforen, Filme und Newsletter vermittelt, dass es notwendig ist, Schimpansen zu schützen. Dies geschah sowohl auf lokaler Ebene um den Taï-Nationalpark wie auch auf internationaler Ebene. Diese Kampagnen zielten oft auf Erwachsene, wohingegen auf die nächste Generation ausgerichtete Langzeitprogramme bisher nur selten umgesetzt wurden. Aus diesem Grund trat eine Gruppe von Doktoranden der Abteilung Primatologie des Max-Planck-Insituts Leipzig an die WCF heran, um ihre Bildungsaktivitäten auszubauen und lokale Schulen um den Park einzubinden. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Club P.A.N.

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Inspection de l’enseignement Primaire de Soubré1 (CPE)  
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